Erfahrbare Ideen

Wissenschaftliches & Persönliches

Hier geht es um die längste wissenschafttliche Studie. Robert Waldinger ist der 4. Forschungsleiter einer Harvardstudie, die seit 1938 das persönliche Glücksempfinden sowie, die körperliche und geistige Gesundheit von über 700 Männern untersucht. Ich finde den Vortrag sehr sehenswert und empfehle, dass Du ihn Dir gleich anschaust (Untertitel in Deutsch ggf. einschalten).

Die Untersuchenden begannen erst nach der Jahrtausendwende, sich auch für das Leben von Frauen zu interessieren. Aus heutiger Sicht scheint dies unverständlich. Gleichzeitig verdeutlicht dies, dass wissenschaftliche Ergebnisse immer individuelle Reduzierungen sind, geprägt durch die jeweiligen Glaubenssätze oder Werte. Wenn wir dies vergessen, erheben wir reduzierte, persönlich beeinflusste Ergebnis zu Wahrheiten und streiten uns um “Fakten”.

Verständigung wird immer dann schwierig, wenn jemand glaubt, die objektivere Wahrheit zu haben. Der Streit um Wahrheit ist auch ein Ringen um Macht. Es gibt eine große innere Sehnsucht nach Wahrheit in uns. Vielleicht hilft es ja uns über unsere Sehnsucht nach etwas Verlässliches auszutauschen, über den Wunsch Recht zu haben, oder warum wir trotz wissenschaftlichem Nachweis, es doch anders machen. Womit wir bei den eigentlichen Ergebnissen der Studie sind.

Wie gehen wir mit den Ergebnissen um?

Die Studie zeigt seit mehreren Jahren: Die Qualität guter persönlicher Beziehungen, auch in der Partnerschaft, sind der Schlüssel für Glück und Gesundheit, nicht Reichtum oder Ruhm oder sonstiges. Vielleicht hast Du dies schon für dich selbst erkannt, aber hier hast Du es nochmal offziell bestätigt. Und dennoch: Obwohl diese Studie eindeutig ist und auch noch aus Harvard stammt, scheint sich kaum etwas zu ändern. Warum nehmen wir nicht diese Erkenntnisse und ändern weltweit alles, wie damals beim FCKW und dem Ozonloch?

In meiner Beobachtung haben wir Menschen bisher zu wenig gelernt, unsere individuellen emotionalen Motivationen, Glaubensätze, Erziehungsmuster und vieles mehr, in unsere Beobachtungen zu integrieren. Das Streben nach objektiver Sachlichkeit ist vielleicht auch ein Streben nach Bequemlichkeit oder eine Vermeidung von Unsicherheit, denn wir können noch nicht so gut mit den vielen Emotionen umgehen.

Mich persönlich haben meine eigenen Erfahrungen bewogen, dieses Liebe, Macht & Freiheit Projekt zu starten. Später entdeckte ich diesen Vortrag und er stärkt meine Motivation, das menschliche Komplexe einfacher zugänglich zu machen. Ich möchte zeigen, dass es sich lohnt dies zu lernen. Wir alle haben dafür sehr viele natürliche Ressourcen und Fähigkeiten.

Der Anfang bei all dem ist Deine und meine tägliche Bereitschaft aus den eigenen Erfahrungen, Konsequenzen zu ziehen und sich dem Sich-selbst-kennenlernen zu öffnen. Mit gegenseitiger Unterstützung wird das Lernen immer leichter und freudiger.

Ich wünsche mir, dass wir unsere vielfältigen Möglichkeiten des Austauschs, der Verbindung und der Kokreation erforschen und damit die lebendige Vielfalt erhalten. Es wäre schön, wenn wir uns bei all dem ein kindliches Staunen über das Wunder des Lebens erhalten.

“Nur weil wir etwas nicht erklären können, heißt es noch lange nicht, dass es nicht existiert.”

Viele Urheber

Ich möchte anregen, dass wir in wissenschaftlichen Betrachtungen persönlicher werden. Warum bin ich Wissenschaftler und untersuche genau das? Warum wähle ich nur Männer für die o.g. Studie und lasse die Frauen weg? Die Frage nach der eigenen Motivation und die Berücksichtigung der individuellen Perspektive würde uns auch im Diskurs helfen.